Seit einigen Jahren manifestiert sich das Problem der Bildungspolitik zunehmend in den Köpfen der Abiturienten. Nach der Umstellung auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge, vor allem in der BWL, gewinnt das im Fernstudium erworbene Wissen zunehmend an Bedeutung. Während es früher üblich war ein Vollzeitstudium zu belegen, geht der Trend heute immer weiter hin zu einem Fernstudium neben dem Beruf. Die Ursachen hierfür sind zahlreich. Viele Abiturienten verfügen heute nicht mehr über das notwendige Startkapital, welches für ein Vollzeitstudium notwenig ist. Ferner geraten die Studenten durch die Umstellung auf die neuen Studiengänge zunehmend unter Druck und laufen somit Gefahr, eine Sperre ihres Bafögs zu riskieren. Die Vorteile eines Fernstudiums kommen den potentiellen Studenten bei ihrer Entscheidungsfindung dabei entgegen.

Während man bei einem Vollzeitstudium nebenbei schauen muss, wo man mit einem Studentenjob sein Taschengeld weiter aufbessern kann, ist dies bei einem berufsbegleitenden Fernstudium nicht der Fall. Viele der Fernstudenten haben einen festen Job und müssen sich daher keine Gedanken um ihr Einkommen machen. Der größte Vorteil besteht jedoch darin, dass man sich nicht nur Akademisches-Wissen aneignet, sondern darüber hinaus direkt im Beruf praxisrelevante Erfahrungen sammelt. Viele Entscheider aus dem Personalbereich haben diesen Vorteil inzwischen erkannt und suchen forciert nach genau solchen Personen für ihr Unternehmen.

Während ein BWL-Studium an einer grundsoliden Universität eher darauf fokussiert ist, dem Studenten theoretische Inhalte zu lehren, legt man bei den zahlreichen Hochschulen mit einem eigenen Fernstudienangebot vornehmlich Wert darauf, dass die Ausbildung sowohl BWL-Wissen aus der Theorie als auch aus der Praxis beinhaltet.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass es durch die wachsende Anzahl an Möglichkeiten im Weiterbildungs- und Fernstudienbereich einer großen Anzahl an Personen, welche bereits fest im Berufsleben stehen, ermöglicht wird, sich auch in einem höheren Alter weiter zu bilden. Es bleibt daher zu wünschen, dass es auch in den kommenden Jahren bei dem eingeschlagenen Trend bleibt, da dies aus gesammtgesellschaftlicher Sicht einen Wettbewerbsvorteil bedeutet.

In 2011 wird es in Deutschland einige neue Studiengänge geben, welche die im Laufe des Bolognaprozesses abgelösten Diplom-Studiengänge ersetzen werden. Die ehemaligen Fernstudiengänge werden nun final in die neuen Master- und Bachelorstudiengänge überführt und die letzte Chance auf einen Diplom-Abschluss werden in 2011 endgültig vorbei sein. Während es zu Beginn der neuen Studiengänge im Präsenzstudium und im Fernstudium noch einige Startschwierigkeiten gab, was die Umsetzung der neuen Richtlinien anbelangte, so sind die Kinderkrankheiten inzwischen weitestgehend eliminiert worden und die Universitäten können den Regelbetrieb wieder aufnehmen, um so den neuen Studenten ein erfolgreiches Studium in den neuen Fernstudiengängen zu ermöglichen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die neue Situation der Studiengänge in  Deutschland letztendlich auswirken wird und ob die Situation bei den Fernstudiengängen sich nachhaltig verbessern wird.