Immer wieder weisen in letzter Zeit die Medien auf die Bedeutung von Auslandsaufenthalten im Laufe der Ausbildung/ des Studiums hin. So auch der “focus-online” in seiner Ausgabe vom 27.12.10. Das Besondere an diesem Auslandsaufenthalt ist, dass der Mensch dadurch ein Persönlichkeitsprofil bekommt, das für viele potentielle Arbeitgeber positive Signale setzt. So gilt ein Mensch, der im Ausland zur Ausbildung war als flexibel und anpassungsfähig und muss natürlich über entsprechende Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Eine Zeit im Ausland mit dem Studium oder während der weitergehenden Berufsausbildung zugebracht zu haben, gilt heute in vielerlei Hinsicht als absolutes Karriere-Muss. Soweit die Theorie. Die Praxis dagegen zeigt eine abnehmende Tendenz im Bemühen darum, diese Auslandserfahrungen zu sammeln. Grund: Es fehlt an den finanziellen Möglichkeiten. Wenig problematisch ist dies für Studierende, die Bafög bekommen, denn nach zwei Semestern im Inland übernimmt die Bafög-Behörde die Studiengebühren im Ausland, die Reisekosten und zahlt einen Auslandszuschlag. D.h. in Europa kommen meistens ca. 100 € dazu in Japan bis zu 910 €. Das Gute darin ist, dass diese zusätzlichen Leistungen der Bafög- Behörde nicht als Darlehen zu betrachten sind und dem zu Folge nicht zurückgezahlt werden müssen. Als einziges sollte man beachten, dass man seinen Antrag so früh als möglich, mindestens 6 Monate vor dem beabsichtigten Auslandsaufenthalt einreicht, damit das Geld dann rechtzeitig zur Verfügung steht. Für alle Nicht-Bafög-Empfänger gilt als oberstes Gebot: rechtzeitig planen, d.h. mindestens ein Jahr vor dem geplanten Zeitpunkt beginnen, damit man Zeit für alle Formalitäten hat. Jetzt gilt es zu überlegen, welche der freien Angebote für einen, für den Studiengang in Frage kommen, denn manche Förderprogramme wenden sich speziell an Studenten bestimmter Fachbereiche. Generell ist zunächst einmal der DAAD (Deutsche akademische Austauschdienst) für viele organisatorische und vorbereitende Fragen zuständig. Mit einer Broschüre “Studium im Ausland”, die kostenlos direkt beim DAAD oder aber dem Auslandsamt jeder Universität zu bekommen ist, kann man sich erste Informationen über den Auslandsaufenthalt und Fragen zum Stipendium verschaffen. Dem angeschlossen isst nämlich auch die Fulbright Kommission für den Aufenthalt in den USA bzw. das British Council für Großbritannien. Die in den Broschüren dargestellten Angebote sind sehr unterschiedlichen und umfassen entweder einen 3 Wöchigen Sprachkurs im Ausland wie auch ein einjähriges Stipendium im Ausland. Gleichermaßen informiert der DAAD über das SOKRATES- Programm der Europäischen Union. Das besondere daran ist, dass die Studenten einen Teil ihres Studiums im Ausland verbringen (sogeannte europäische Studiengänge) und den finanziellen Mehraufwand dafür durch ein europäisches Stipendium ausgeglichen wird. Bei diesen europäischen Studiengängen muss es einen Kooperationsvertrag zwischen der deutschen und der ausländischen Universität geben und die deutsche Universität muss die im Ausland erbrachten Leistungen ohne Umschweife anerkennen. Um sich auch darüber genauer zu informieren sollte man sich durch die Broschüre “Studienland EG” kämpfen. Aber auch nicht Studenten, sondern Berufstätige können und sollen sich im Ausland weiterbilden. Um dies zu ermöglichen, informiert die Broschüre “Berufliche Aus- und Weiterbildung im Ausland”. Zuständig für Mittel und Wege dazu ist u.a. die Carl-Duisberg-Gesellschaft. Diese Programme benennen als Zielgruppe junge Berufstätige, aber auch studentische Berufseinsteiger können hier u.U. fündig werden. Mit Stipendien gefördert werden hier vor allem Praktika bei der Europäischen Kommission. Die Mittel, die dafür zur Verfügung stehen variieren je nach Haushaltslage, so dass dazu keine sichere Auskunft gegeben werden kann. Die Robert-Bosch-Stiftung wiederum fördert Auslandsweiterbildungen im Bereich Alten- und Krankenpflege und ist an die Bedingung geknüpft, dass innerhalb von zwei Jahren der erste akademische Grad (Masterstudiengang) erworben werden muss. Hochschulen in Großbritannien, den Niederlanden und Belgien haben entsprechende Ausbildungswege. Letztlich ssind Auslandsaufenthalte auch vor studienbeginn möglich und förderungswürdig. das Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg gibt diesbezüglich die Broschüre ” Studium im Ausland” heraus, die über Stiftungen und andere Einrichtungen informiert. Wer im Inland bereits Förderungen erhalten hat, z.B. nach dem Abitur zu den Nutznießern der Studienstiftung des Deutschen Volkes oder vergleichbarer Stiftungen gehört, wird über diese auch noch weitere Auslandsfördermaßnahmen erfahren. Immer jedoch geht es hier auch um stetige Leistungsnachweise. Dies ist z.B. gleichermaßen auch beim Erasmus-Programm der Fall.

Für Abiturienten, die Interesse an einem Auslandsstudium in den Vereinigten Staaten haben, lohnt es sich Informationen über Stipendien einzuholen. Ein Stipendium ist eine Begabtenförderung, d.h. eine finanzielle Unterstützung für hochbegabte Schüler und junge Wissenschaftler. Weiterhin werden auch talentierte Künstler und Sportler in die Begabtenprogramme aufgenommen. Heutzutage sind perfektes Englisch und Auslandserfahrung eine optimale Voraussetzung für einen guten Karrierestart. Denn jeder Manager weiß um die Vorteile, die ein Bewerber mit Auslandserfahrung in sein Unternehmen bringt. Aber auch für Schüler, die erst einmal studieren wollen, bietet ein Auslandsaufenthalt eine ideale Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung und Vorbereitung auf ein intensives Studium. In Deutschland muss sich ein Stipendienanwärter meist bei einer Stiftung bewerben. Diese Stiftung entscheidet dann nach schulischen Leistungen über die Vergabe. Wieviele Stipendien und in welcher Höhe vergeben werden, hängt von der jeweiligen Stiftung ab. Um einen Überblick zu bekommen, lohnt sich ein Blick in das Internet, wo zahlreiche Listen von Stiftungen einzusehen sind. Das bekannteste deutsche Förderprogramm ist wohl das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP). Dieses Programm wird vom Deutschen Bundestag und dem amerikanischen Kongress ausgerichtet und soll der transatlantischen Verständigung dienen. Es gibt den Stipendiaten die Möglichkeit, kulturelle und politische Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zu entdecken, Freundschaften zu schließen und somit die deutsch-amerikanische Beziehung zu stärken. Deutsche Schüler oder Auszubildende haben die Möglichkeit für ein knappes Jahr in einer Gastfamilie in den USA unter zukommen, eine Oberschule oder Berufsschule zu besuchen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Im Gegenzug wird dies auch jungen US-Amerikanern in Deutschland ermöglicht.

Finanzierung und Vergabepraxis: Gerade die Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes ist eine Angelegenheit, welche gut durchdacht sein will. Manche Stiftungen vergeben Voll- und Teilstipendien. Das heißt, der Umfang der finanziellen Unterstützung kann individuell unterschiedlich ausfallen. Die Kosten für die Bewerbung und Folgekosten im Falle einer erfolgreichen Bewerbung (d.h. Anreisekosten zum Auswahlgespräch, Taschengeld für den Aufenthalt, usw.) werden meist nicht erstattet. Eine genaue Recherche und Kostenaufstellung ist also unabdingbar.

Hinzukommt, dass der Stipendiat sich meist mit den Kerninhalten der gewählten Stiftung identifizieren können muss, um in das Programm aufgenommen zu werden. Denn einige der Vereine zur Begabtenförderung sind politischer oder auch kirchlicher Natur und die Entscheidungsgremien berücksichtigen bei ihrer Auswahl somit nicht nur theoretische und praktische Leistungen, sondern wählen vor allem diejenigen Personen, die ihrer Ansicht nach die Stiftung am Besten vertreten können. Dem Bewerber muss also klar sein, dass er nicht nur als Schüler oder Auszubildender das Land besucht, sondern auch als Botschafter wirkt.

Weitere Informationen: Interessierte Schüler können bei den einzelnen Stiftungen und Organisationen telefonisch oder via E-mail verschiedene Informationsbroschüren anfordern oder nützliche Informationen von deren Internetseiten erhalten.